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Kreative Bewerbungen abseits von „Hiermit bewerbe ich mich als…“

Kreative Bewerbungen abseits von „Hiermit bewerbe ich mich als…“

Kreative Bewerbungen abseits von „Hiermit bewerbe ich mich als…“

Viele RecruiterInnen brauchen bisweilen einen starken, schwarzen Kaffee, in dem der Löffel stecken bleibt, um die gähnende Langeweile unzähliger 08/15 Bewerbungsschreiben tagein tagaus zu überstehen.

Gut ausgebildete AkademikerInnen schicken stapelhohe Bewerbungsunterlagen in Schriftgröße Unleserlich, spicken ihr Anschreiben mit sonst noch nie gelesener „Hands-on Mentalität“, „analytischen Fähigkeiten“ und „verbleiben mit freundlichen Grüßen“.

Selbst bei den vermeintlich kreativen „Irgendwas mit Medien-Menschen“ schaudert es Lesende oft vor Fadesse und Beliebigkeit.

Doch wie auffallen um in den Olymp des Bewerbungsgesprächs aufzusteigen?

Wie wäre es damit, für die Marketing-Lehrlingsstelle bei „Blue Tomato“ ein Video mit einem gewaschenen Bam Margera-Snowboardsturz zur Bewerbung hochzuladen und anzumerken, dass man von den erfahren Kollegen/innen gerne in die unzähligen Geheimnisse der Marketing-Welt eingeweiht werden möchte? Aufstehen, Snowboardbrille richten und (weiter-)lernen quasi.

Oder der Personalisten-Jungspund, der mit gewieften Bewerbungsunterlagen bis in die letzte Runde für die Rolle einer Konzern-HR-Leitung kam. Dort brachte er alteingesessene Vorstände und Bereichsleiter tatsächlich nur damit aus dem Konzept, für den Business Case keine Powerpoint-Schlacht, sondern kreativ gestaltete Tischvorlagen für eine gemeinsame Diskussion statt Frontalvortrag vorbereitet zu haben.

Große Augen machte auch jene Weddingplannerin, die einen selbstgebackenen Kuchen mit der Aufschrift „Ja, ich will…“ zugeschickt bekam und dessen Begleitbriefchen „…mit Ihnen zusammenarbeiten“ und Kontaktdaten enthielt.

Als Lesepatin in einer Volksschule ehrenamtlich tätig und auf der Suche nach einem Job als Hortpädagogin? Warum neben den formalen Qualifikationen nicht noch einige original gekritzelte Zitate der SchülerInnen inkludieren, die belegen, dass genau jene Bewerberin als neue Kollegin den Sitzkreis nächsten Monat leiten sollte?

Aber mich für eine Bewerbung anstrengen? Nein danke!

Das Einmaleins des perfekten Bewerbungs-Kits beherrschen die meisten bereits aus dem Effeff. Orthografisch fehlerfreie Anschreiben, ein professionelles Bewerbungsfoto (vorzugsweise nicht vom letzten Griechenland-Urlaub) und das Anhängen sämtlicher Zeugnisse und Referenzen in einem (!) PDF-Dokument (und nicht in tausend .docx-Anhängen) sind ohnehin Hygiene-Faktoren und noch lange keine Begeisterungsfaktoren.

Um andere, um die gewünschte Stelle konkurrierende Buhlschaften auszustechen, lohnt es sich bisweilen, die vielzitierte „Extra-Meile“ zu gehen und sich ein kreatives Konzept – Stichwort Selbstmarketing – zu überlegen. Hierfür kannst Du gerne auf die guten alten W-Fragen zurückgreifen: Wer bin ich und warum bin genau ICH best choice für die Position? Was kann ich abseits von abgegriffenen Floskeln anbieten? Wie stelle ich mir eine gelungene Zusammenarbeit vor? Lasst euch etwas Kreatives einfallen! Auf die Plätze, fertig, los!


Sandra Eva-Maria hat zwei Steckenpferde: Schreiben und Human Resources. Die weitgereiste HR-Expertin kombiniert beides in ihren Artikeln rund um das schöne neue Arbeitsleben. Mit einem Augenzwinkern durch die erfahrene Personalistinnen-Brille greift sie jene Themen auf, die das Job-Leben von heute und morgen betreffen.

Bildrecht: www.flickr.com/photos/akaitori/

 

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